Markt & Regulierung

«Das derzeitige Anstellungssystem ist problematisch, weil private Unternehmen an öffentlichen Geldern (Krankenversicherungen, Gemeinden, Kantone) verdienen, während die Gesundheitskosten weiter steigen!»

Die Finanzierung von Pflegeleistungen durch Krankenversicherer und die öffentliche Hand ist nicht auf private Anbieter beschränkt. Öffentliche und gemeinnützige Pflegeorganisationen erhalten meist höhere Vergütungen für ihre Leistungen. Entscheidend ist, dass die Mittel zweckmässig eingesetzt werden, die Pflegequalität gewährleistet ist und die pflegebedürftigen Personen gut versorgt werden. Die Frage, wer die Leistungen erbringt, sollte deshalb weniger im Vordergrund stehen als die Frage, wie wirksam, qualitativ hochwertig, nachhaltig und wirtschaftlich die Versorgung erfolgt.

«Spitex-Dienste, die nur pflegende Angehörige anstellen sollten verboten werden!»

Ein Verbot spezialisierter Anbieter würde die Versorgung pflegender Angehöriger nicht verbessern, sondern könnte bestehende Angebote und damit auch die Wahlmöglichkeiten der Betroffenen einschränken. Der Markt für die Anstellung pflegender Angehöriger ist stark gewachsen, insbesondere weil öffentliche beziehungsweise kommunale Angebote bisher kaum vorhanden sind. Private Anbieter schliessen damit eine bestehende Versorgungslücke. Entscheidend sollte deshalb nicht sein, ob ein Anbieter privat oder öffentlich ist oder ausschliesslich pflegende Angehörige anstellt, sondern ob er die geltenden Qualitäts- und gesetzlichen Anforderungen erfüllt und wirtschaftlich arbeitet. Gemeinden sollten Leistungsaufträge in der Angehörigenpflege transparent ausschreiben und allen qualifizierten Anbietern offenstehen lassen. So können Qualität, faire Bedingungen und ein sinnvoller Wettbewerb gewährleistet werden, ohne spezialisierte Anbieter grundsätzlich auszuschliessen.

«Der Markt wächst schneller als die Regulierung und Kontrolle durch den Staat!»

AsFam sieht einen akuten Handlungsbedarf und hofft auf eine zügige Behandlung der parlamentarischen Vorstösse sowie auf Lösungen für eine nachhaltige Integration der pflegenden Angehörigen in die ambulante Versorgung. Dabei ist es aus unserer Sicht entscheidend, erfahrene, professionelle und spezialisierte Anbieter wie AsFam einzubeziehen, die täglich pflegende Angehörige anstellen und begleiten. Die alleinige Sichtweise klassischer Spitex-Organisationen reicht dafür nicht aus, da sie die besonderen Anforderungen und Abläufe der Angehörigenpflege nur teilweise abbilden kann.